Ein kurzer Streifzug durch die Gärten und den Verein

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Die leidenschaftliche Fürsorge der HobbygärtnerInnen gilt natürlich nicht nur dem spriessenden Gemüse, auch die zwischenmenschlichen Beziehungen werden beim gemütlichen Beisammensein intensiv gepflegt.. Höhepunkte dieser Nachbarlichkeit sind die jährlichen Gartenfeste, Grillabende und die  1. August-Feier. Aber ein echter Familiengärtner schreckt auch werktags nicht davor zurück, eine spontane Feier steigen zu lassen. Einladendes Gläsergeklirr, angeregte Diskussionen, ab und zu von Gelächter unterbrochen, sind auch auf einige Distanz vernehmbare Zeichen solcher Minifeste, die das Leben der GärtnerInnen und ihrer Gäste bereichern.
gemütliches BeisammenseinGartenstammtisch am SamstagGrillieren gehört einfach zum Gartenfestdas jährliche Gartenfest
Das ist seit Jahren so. Am 6. April 1977 hatte die Stadt, von den vielen Anfragen gedrängt, einen Aufruf im "Sihltaler" publiziert: "Wer hätte Interesse und Lust, beim Aufbau eines Familiengartenvereins dabei zu sein?" 183 Bewerbungen trafen ein, davon fünf aus Langnau am Albis. Definitiv traten 147 Personen dem Verein bei, sieben davon erklärten sich gar bereit, ein Amt im Vorstand zu übernehmen.
Im Herbst 1977 fingen 61 Pioniere an, den teilweise lehmigen Hang am Kopfholz in Gartenerde zu verwandeln. Parzellen wurden ausgemessen, Wege gebaut und Zäune gezogen.
gemeinsame Fronarbeitbein Aufbau eines neuen Areals
Blick auf das Areal Kopfholz
Es wurde gegraben und geschaufelt, an der Gemeinschaftsbaracke gezimmert und gehämmert, Rohrleitungen wurden gelegt und Stromleitungen gezogen - alles in harter Fronarbeit, von Hobbygärtnern geleistet. Ihre Belohnung lag hauptsächlich in der Befriedigung, für die Gemeinschaft etwas Sinnvolles geleistet zu haben. Dass die Arbeiten auch professionell ausgeführt werden konnten, war den Handwerkern unter den zukünftigen Gärtnern zu verdanken.
das "alte Areal" WilackerAls das Gartenareal Wilacker am Albishang wegen Umwandlung zur Bauzone aufgehoben werden musste, ergab sich die Chance, den Familiengartenverein um die Sektion „Vögeli“ zu vergrössern. Im Herbst 1980 erfolgte die Gründungsversammlung, bei der nicht nur die Pächter des Wilackerareals sondern auch viele Neuinteressenten dabei waren.das "neue Areal" Vögeli
Die dritte Ausbauetappe des Vereins erfolgte im November 1990, als die ersten 12 Pächter - eine besondere Gruppe - das frisch eingerichtete Areal „Chalberweid“ zu beackern begannen. Vorausgegangen war eine Entwicklung, die zu diesem Zeitpunkt ein Novum für die ganze Schweiz darstellte: das "Bioareal" Chalberweid
Nützlinge finden eine gute Lebensgrundlage in BiogärtenVoraussetzung für eine Zuteilung einer Parzelle ist, dass der/die PächterInnen einen Kurs im biologischen Gartenbau besucht hatten. Auch alle NachfolgepächterInnen müssen den Kursbesuch nachweisen. Als Grundsatz galt weiter, dass sich der Pächter verpflichtete, nach den Regeln des biologischen Gartenbaus seine Scholle zu bearbeiten. 

Zum Kurs „Biologischer Gartenbau“ meldeten sich übrigens viele der „gestandenen“ Hobbygärtnerlnnen vom „Kopfholz“ und „Vögeli“. Nach Abschluss des Kurses, bei dem grundlegende Kenntnisse des Bodens und seiner Lebewesen, sowie Einsicht in die Geheimnisse des Kompostherstellens und des Anlegens von Mischkulturen vermittelt wurden, bildete sich ein harter Kern von „Biologischen“, die gewillt waren, ihr neuerworbenes Wissen in die Tat umzusetzen.

auch Rüebliraupen fühlen sich wohl in Biogärten
Eine weitere Neuerung im „Chalberweid“ - Areal: auch die Kleintierzüchter vom Ornithologischen Verein Sihltal haben da ihren Platz gefunden. Die Kaninchen und das Geflügel erfreuen sich an den überzähligen Salatblättern. Kleintierzüchter
Wie schon oben erwähnt, auch die Pächterlnnen der alten Areale „Kopfholz“ und „Vögeli“ haben die Zeichen der Zeit erkannt. Einige hatten schon immer aufs naturnahe Gärtnern geschworen, andere waren mit der Zeit dazu übergegangen, auf Chemie weitgehend zu verzichten. Dies war häufig auch das Ergebnis einer ständigen „Weiterbildung“, durch Erfahrungsaustausch im Familiengarten. Im Sinne der Umweltschonung hatten praktisch alle Hobbygärtnerlnnen damit aufgehört, den Boden mit Torf zu verbessern. Torf wird in unseren bedrohten Hochmooren gestochen, und der Verein kauft deshalb keinen mehr ein.
Trotz allem ist es nicht Ziel des Familiengartenvereins, Fanatiker zu züchten. Es wird keiner spionieren, ob Gärtner X nun Schneckenkörner (dessen Gefährlichkeit für Igel, Reptilien, Amphibien und schneckenfressende Käfer bekannt ist) streut oder nicht, noch wird sich jemand in den Garten des Nachbars stehlen, um ihn der Verwendung von anorganischem Dünger zu überführen. Es wird auch nicht kontrolliert, ob die Stangenbohnen in der richtigen Mondphase gesteckt werden. Das Motto heisst Toleranz: leben und leben lassen! Doch ist es klar, die eigene Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des Nachbarn beeinträchtigt wird, und deshalb gibt es auch gewisse Regeln für den Umgang innerhalb des Areals. Aber jedem bleibt mehr als genug Spielraum für eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

Hauptinteresse des Gärtners bleibt das Ziehen von Gemüse, Beeren und Obst. Aus dem eigenen Garten, schmeckt es einfach besser. Es ist ein Unterschied, ob man die Pflanzen vom Samen bis zum Teller pflegt und gedeihen sieht oder sie einfach vom Ladengestell holt.

Chabis mit stolzem BesitzerBohnenerntesüsse, verlockende Johannisbeerenverschiedene Tomaten einses Sommers
Salat und erst noch selbstgezogen - mhh feinEs geht nicht nur darum, irgendwelche chemischen Rückstände wie Nitrat oder Schwermetalle zu eliminieren, sondern auch um die Gewissheit, an einem Salatblatt zu knabbern, mit dem man wochenlang per du war. Die Kämpfe mit Blattläusen, Mäusen und weissen Kohlfliegen sind wahre Schlachten, in denen man sich selbst wegen Tapferkeit vor dem Feind auszeichnen kann.
Und das sind die Privilegien des Hobbygärtners: intensiv miterleben, wie sich die Pflanzenwelt entwickelt, sich am Duft von Blumen und Blüten berauschen, sich am Pfeifen und Zirpen von Vögeln erfreuen, den Wechsel der Jahreszeiten spüren und lernen, dass Regen Leben bedeutet.
nicht nur Gemüse - auch Blumenpracht ist beliebtungewöhnliche Kombination - Spargeln mit Calenduladas ungewöhnliche Gemüse - weisse Zucchettidas Unbekannte - eine Nutzpflanze mit hohem Zierwert der Spinatbaum
Lust bekommen auf eine Gartenparzelle?

Einwohner der Stadt Adliswil können Mitglied des Familiengartenverein Adliswil werden und sich für eine Gartenparzelle anmelden.
Nach Eingang Ihrer Anmeldung werden Sie auf unsere Warteliste gesetzt und benachrichtigt, wenn eine Parzelle für Sie frei wird. Die Wartezeit kann wenige Monate bis über 2 Jahre betragen, bis eine Parzelle Ihrer Wunschgrösse frei wird.

Da praktisch alle Parzellen mit Gartenhäuschen, Sitzplatz usw. ausgerüstet sind, muss bei der Übernahme einer Parzelle diese Infrastruktur dem zurücktretenden Pächter abgekauft werden. Halten Sie sich darum eine finanzielle Reserve für diesen Zweck bereit.

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